Fress-Maschine

Ich bin eine Fress-Maschine. Vielleicht weil früher mein Lieblingsbuch die Raupe Nimmersatt war. Ich esse einfach wahnsinnig gerne. Es ist doch großartig, wie vielfältig unsere Geschmackswelt sein kann. Deswegen probiere ich immer gerne Neues und Fremdes aus, kombiniere süß und salzig,versuche unterschiedliche Käsekuchen und Tomatensuppen, manchmal muss es einfach eine Tüte Chips sein. Bis sie leer ist. Überhaupt, wenn etwas köstlich ist, bin ich nicht zu stoppen…bis es alle ist. Wär doch schade! Und es geht ne Menge rein, in meinen Magen. Irgendwann in meinen 20-ern musste ich fest stellen, dass man sich nicht automatisch zum schönen Schmetterling entpuppt, wenn man sich überall durchfuttert.

Als Teenie habe ich mich für ca. 6 Wochen als Vegetarierin verkleidet, länger habe ich in meiner Familie nicht durchgehalten. Gesund und mit viel Rohkost haben wir aber immer gelebt. Seit ich meinen eigenen Haushalt führe achte ich verstärkt auf natürliche Bestandteile in der Nahrung. Und auf regionale, biologisch und sozial vertretbare Produkte. Natürlich ist mir klar, dass sich das nicht immer finanziell durchhalten lässt, aber mir ist aufgefallen, dass ich die Lebensmittel mehr wertschätze, wenn sie gut sind. Dann futter ich sie auch nicht einfach runter, wie eine Tüte Gummibärchen.

lieblingeSeit meiner Rheumadiagnose darf ich jetzt nochmal mehr auf gesunde Ernährung achten. Immerhin ist mein Body-Mass-Index (BMI) bereits um 2 Punkte gesunken, es fällt mittlerweile auch anderen auf, dass ich etwas abgenommen habe. Yeah!

 

Hier kommen ein 10 Tipps, die ich fast immer beherzige.

  1. Diät-Produkte Gesunde Produkte
    Light-Produkte machen weder satt, noch glücklich. Hoch verarbeitetes „convenience food“ ist verpackungsintensiv, teuer und mit Dingen versehen, die wir freiwillig nicht in den Mund nehmen würden. Gesundes Essen ist frisch und lecker. Die sättigenden Komponenten sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.
  2. No Carb Right Carb
    Kohlenhydrate liefern Energie für den täglichen Bedarf, alles was nicht verbrannt wird, wandelt der Körper in Fett um und lagert es ein. Komplett auf Carbs zu verzichten ist schrecklich, man wird schlapp, der Körper schaltet auf Sparflamme und signalisiert permanent Hunger. Richtig Hunger, mit Magenknurren und Schwindel. Zum Glück gibt es unterschiedliche Kohlenhydrate.

    Es ist ganz einfach, streicht einfache Kohlenhydrate wie Zucker, Produkte aus weißem Mehl und Reis etc. komplett und ersetzt sie durch gesunde langkettige sättigende Zutaten wie Obst und Vollkornprodukte.
    Ich esse „good carbs“ nur bis ca.15:30, je nach dem, wie lange mein aktiver Tag dauert. So hat mein Körper genug Zeit um die Energie zu nutzen. Nachmittags und Abends verzichte ich auf die bekannte Sättigungsbeilage. Das ist ungewohnt (Abendbrot?) und anfangs lästig (keine Pizza, Pasta, Reis?), aber es hilft.
  3. Fett macht Fett.
    Ganz grob kann man das so sagen. Arg fettiges Essen ist wirklich kontraproduktiv, wenn man den eigenen Speck loswerden möchte. Aber auch hier gibt es Unterschiede.

    Um meine rheumatischen Entzündungsprozesse zu mindern muss ich auf Omega-6-Fettsäuren / Arachidonsäure weitestgehend verzichten, das sind vor allem Fette in Fleisch, Eigelb, Schweineschmalz, Kalbs- und Schweineleber. Dafür brauche ich mehr Omega-3.  Gut zusammengestellte Infos zur Rheumadiät gibt es beim Verein für unabhängige Gesundheitsberatung. Zum Glück mag ich diese tierischen Fette gar nicht. Besser sind Avocado, Nüsse und hochwertige Pflanzenöle. Übrigens, ich esse bis Nachmittags fast gar kein Fett. Ich esse also Vormitags „Low Fat“ und Abends „Low Carb“
  4. Eiweiß heißt nur so
    Eiweiß ist gar nicht so eiweißhaltig wie man meinen könnte! Proteine sind wichtig für die Muskeln, wenn man zuwenig davon isst, bauen die sich ab, anstelle der Fettpolster. Also immer fleißig Quark und Soya futtern!

    Ganz ehrlich: wenn ich es mal nicht schaffe, einen Tag genügend Proteine zu bekommen, dann greife ich schon mal zur Shake-Dose und pimpe meinen täglichen Smoothie mit 2 Löffeln Eiweiß-Shake und Soyamilch. Aber hier ist lesen angesagt: es gibt Shakes mit 6% Protein und es gibt welche mit 30%! Ist ja wohl klar welche die besseren sind.
  5. Salz ist für die Badewanne
    Würze dein Essen lieber mit Kräutern, Gewürzen und Zitrone. Das schmeckt viel besser und ist besser für den Blutdruck. Aber in der Badewanne ist Meersalz wirklich toll!
  6. Essen nach der Uhr
    Morgens gibt es „good carbs“ und Eiweiß, Mittags auch und dann ist erst mal 4 Stunden Pause. Das hängt mit dem Insulinspiegel zusammen. Solange der hoch ist-  und Kohlenhydrate gegessen werden-  wird jedes Gramm Fett eingelagert. Wenn die Carbs erst mal verdaut sind,geht der Körper von alleine auf Fettverbrennung, das kann bis zu vier Stunden dauern.  Danach kann man in Maßen gesunde Fette essen, die werden dann verstoffwechselt. Ich trenne Kohlenhydrate und Fette, nicht wie in der Trennkost aus den 90-ern Kohlenhydrate und Eiweiß.
  7. Time Out
    Kein Essen mehr nach 20 Uhr oder 4 Stunden vor dem Zubettgehen. Wenn doch mal der Hunger kommt hilft ein Glas Wasser oder Minztee. Oder Zähneputzen, das frische Gefühl hemmt den Appetit sofort und schließlich will man ja die frisch geputzten Zähne nicht wieder „dreckig“ machen. Verrückt, ich weiß, aber bei mir klappt’s.
    Das gute daran ist: wenn man über Nacht einen leeren Magen bekommt, hat man morgens richtig Hunger auf ein gesundes leckeres Frühstück.
  8. Detox-Zitrone
    Direkt nach dem Aufwachen trinke ich eine ausgepresste Zitrone, mit etwas kaltem Wasser und zur Hälfte heißem Wasser aufgegossen. So bleiben die Vitamine erhalten. Das hört sich schlimm an, ist es aber gar nicht. Das Tolle: die Verdauung wird angeregt, der Körper spült damit alles Übrig gebliebene raus und der Säure-Basen-Haushalt ist im Lot.
    Erst danach gibt es Kaffee, Tee und das petit déjeuner.
  9. Frühtücks-Völlerei
    Morgens essen ist nicht jedermanns Sache, ich weiß. Aber ein „good carb“ und Protein Frühstück gibt Kraft für den ganzen Tag und man kann hoch konzentriert durchstarten. Viele Frühstücksideen kann man auch einfach mitnehmen und unterwegs, vor dem ersten Meeting im Büro oder in der ersten Kaffeepause essen. Es ist auch fast egal, welches fettarme Frühstück du findest, eine Banane mit Quark, Pancakes, Müsli oder Vollkornbrot mit Ei, im Zweifel ist ein Muffin besser als gar kein Frühstück. Nicht so gut ist irgendwas mit Speck oder ein Croissant.
    Wer nüchtern in den Vormittag startet bremst den Stoffwechsel aus, der Körper geht auf Standby, man wird lahm und bekommt irgendwann Kopfschmerzen und schlechte Laune. Um diese fiese Stimmung zu vertreiben greifen dann später viele zu Junk-Food – doppelt doof. Davon wird der Körper wieder nur belastet, man bekommt keine wichtigen Nährstoffe und dafür auch noch ein schlechtes Gewissen.
  10. Snacken bevor der kleine Hunger kommt
    Gedankenloses Naschen ist übel. Wie schnell ist die Tüte Chips/Gummibärchen leer und die Tafel Schokolade Geschichte. Überall auf unseren Wegen ist Leckeres verfügbar und lockt. Wenn ich dann auch noch Hunger verspüre ist es um mich geschehen. Also hilft nur eine gute Vorbereitung. Für einen langen Tag habe ich immer einen Vormittags- und einen Nachmittagssnack dabei. fridgeNüsse, Obst, Ayran oder ein kleiner Riegel dunkle Schokolade, bloß nicht hungrig an der Currywurst-Bude vorbei oder mit knurrendem Magen auf dem Heimweg einkaufen gehen.
    Wenn zu Hause der kleine Hunger kommt habe ich auch immer Snacks vorbereitet, die vorne im Kühlschrank oder sonst wo griffbereit stehen: Gurken, Möhrchen, Cornichons und Silberzwiebeln, Äpfel oder Käse.

So, das muss erst einmal genügen. Eine tolle Woche euch allen!

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