Die fetten Jahre sind vorbei.

Es ist so weit, jetzt muss ich dringend meine Speckschicht loswerden, sonst kracht es. Und zwar in meinen Knochen. Die Sache ist im Prinzip ja ganz einfach: wenn der tägliche Kalorienbedarf größer ist als die Kalorienzufuhr verringert sich das Körpergewicht.
Klartext: weniger futtern + mehr bewegen = weniger Gewicht auf den Gelenken.

So weit, so simpel.

Wenn es so einfach wäre würde es ja jeder machen, also scheint es ja doch etwas komplizierter zu sein. Jeder von uns Moppeln hat seine ganz individuellen Gelüste, jeder hat andere Fähigkeiten und jeder hat seinen ganz individuellen inneren Schweinehund. Meiner heißt übrigens Manfred und stinkt.

Abnehmen, Eiweiß Shake, SlimDie üblichen Ratgeber-Tipps wie „Fahr mit dem Fahrrad zur Arbeit, iss mehr Obst, nimm die Treppe statt den Fahrstuhl, kaufe keine Süßigkeiten…“ kennen wir alle. Und jeder hat auch schon mal Diätprodukte (Fett-weg-Pillen, Süßstoff, Light-Käse oder Diät-Drinks) gekauft und festgestellt, dass es leider überhaupt nix bringt. Ganz ehrlich, hat jemand schon mal mehr als drei Tage eines Diätplans durchgehalten?

Vorurteile und der Stein der Weisen

Ich bin bestimmt kein Dicken-Disser, die ganzen Vorurteile sind so dumm, wie diskriminierend. Dicke wären undiszipliniert aber lustig, selber Schuld, Looser, faul, immer krank und eine Belastung für die Gesellschaft usw. Dabei gibt es natürlich jede Menge kerngesunde, aktive, disziplinierte, starke und vor allem schöne Übergewichtige. Auf der anderen Seite sind nicht alle dünnen Menschen per se gesund, erfolgreich oder schön. Ihr wisst schon was ich meine.

Wie viel Unterhautfettgewebe ist ok, damit man sich in seiner Haut wohl fühlt?
Das muss wohl jeder selber entscheiden, dabei sollte man sich aber nicht von den klapperdürren Kleiderständern der Modefotografie irritieren lassen. Und auch nicht von den Spiegeln in Umkleidekabinen, da sieht jeder schlimm aus, ganz ehrlich. Es geht wohl eher um das tatsächliche Wohlfühl-Gewicht, was man hat, wenn man sich problemlos die Schuhe zubinden kann, Treppen kein Herzrasen verursachen, die Lieblingshose passt und der Anblick in Unterwäsche nicht spontanes Licht ausschalten provoziert. Das eigene Empfinden ist wichtig, nicht wie andere einen finden oder in welche Klischee-Kiste man passt.

Abnehm-Industrie

Abnehmen, Fitness, SportTrotzdem sind wir längst alle auf dünn getrimmt. Wöchentlich sind Abnehmtricks und Wunderdiäten in Zeitschriften auf den Titelseiten, Light-Produkte und Diät-Shakes spülen Unsummen in die Kassen der Hersteller und Modefotos werden fast immer an Schlanken, maximal Normalgewichtigen abgelichtet. Unsere Stars sind gefälligst schlank, fit und schön, jede Gewichtszunahme wird sofort kommentiert. Die meisten Fummel werden für Dünne konzipiert, oder warum finde ich keinen normalen Hosenanzug, der in meiner Größe passt und nicht an einen Ende unmöglich spannt oder am anderen Ende schlackert? So sind wir alle auf schlank normiert, jede fremde Cellulitisdelle wird hämisch beäugt, Bäuche werden notfalls eingezogen und bloß nicht herzlich winken, da könnte ja der Arm wackeln… Der totale Wahnsinn.

Trend-Setter und Klugschieter

DSC06539_600Das Motto “ Du bist was du isst“ taugt nicht mehr, es müsste mittlerweile heißen „Du bist cooler, durch alles, was du nicht isst“. Vegetarier sind längst mainstream, vegan ist viel schicker. Oder Paleo- da isst man wie ein Neandertaler, alles was man sammeln und jagen kann. Back to the Roots. Rohkost heißt jetzt Raw-Food und ist nicht nur in der Herstellung cool. Der Hipster hat übrigens Nahrungsmittelunverträglichkeiten, also Laktose oder Gluten. Nichts gegen die, denen es davon wirklich schlecht geht, aber das sind nur ganz, ganz wenige. Dabei sind sowohl Laktose, als auch Gluten ganz natürliche Bestandteile ganz normaler Lebensmittel, die von den meisten Menschen in Europa völlig problemlos verdaut werden und gesundheitlich total unbedenklich sind. Die meisten Hipster sind meiner Meinung nach einfach zu verklemmt zu pupsen  -in aller Abgeschiedenheit versteht sich. Toll zusammen gestellte Infos hierzu findet ihr hier.

Während früher Ärzte, anstelle einer ausführlichen Diagnose, den Ausbruch einer Krankheit einfacher Weise psychisch begründet haben, scheint es mittlerweile immer öfter vor zu kommen, dass alle möglichen Krankheiten zunächst einmal durch eine Gewichtsabnahme zu kurieren wären. Oder zumindest durch eine Ernährungsumstellung. Vor lauter Karotten sind mir schon fast lange Ohren und ein Puschelschwänzchen gewachsen, weil mein Heuschnupfen angeblich von zu vielen Kohlehydraten herrührt. Totaler Quatsch, mein Darm ist gesund und ich habe trotzdem Allergien, vermutlich wegen meiner blöden Erbmasse und Umweltfaktoren, aber was weiß ich schon.

Dogma  | DIY-Diät

Ok, genug gelästert und geschimpft. Ich möchte weder „the biggest Looser“, noch „Germanys next Topmodel“ werden. Ohne mich irgendeinem Dogma zu unterwerfen und ohne jämmerlichen Verzicht möchte ich meine Schwarte loswerden. Wie gesagt, ich will abnehmen weil ich krank bin. Ich habe Rheuma und will meine Knochen nicht mehr mit unnötigem Übergewicht belasten. Damit wir uns nicht falsch verstehen, mein BMI liegt bei 27, das bedeutet Übergewicht, sieht aber noch recht ansehnlich an mir aus.

Mein Ziel ist ein BMI von 20 bis 22. Meinem Orthopäden habe ich versprochen, im nächsten Jahr 10 Kilo weniger zu haben und 10 km unter einer Stunde zu laufen. (Und weil ich das jetzt hier geschrieben habe soll es euch auch versprochen sein.) BrotduftDabei sollte ich tierisch fette Produkte (Wurst, Speck, Butter, Schmalz, Arachidonsäure auch als Omega-6-Fettsäure bekannt) meiden und entzündungshemmende Nahrungsmittel (Omega-3-Fettsäuren und andere Mineralstoffe und Vitamine) bevorzugen. In der Vergangenheit war ich aus geschmacklichen Gründen Fettvermeider und Kohlenhydrate-Junkie, um abzunehmen muss ich nun möglichst den Genuss von Brot, Pasta, Reis und Gummibärchen einschränken. Man nennt das jetzt „low-Carb“. Letztendlich wird es wohl in einer gesunden, regionalen, saisonalen Ernährung münden, die sich ganz trendbewusst unter „Clean-Eating“ zusammenfassen lässt. Ganz was neues!

Laufschuhe, Sportschuhe, Laufen, JoggingSeit ich das ärztliche „go“ habe, wieder laufen zu gehen – ohne Schmerzen, ohne Stress und ohne Überbelastung- habe ich im September an einem 5-km-Lauf teilgenommen. In einer lässigen halben Stunde, voll im Plan und ohne Muskelkater oder Seitenstiche. Yippie, weiter geht’s im Galopp!

Und warum schreibe ich das alles hier? Wird das jetzt eine bescheuerte Nabelschau (um Himmels Willen!), nerve ich euch jetzt mit lahmen Durchschnittsgeschwindigkeiten oder pingeligen Kalorientabellen? Wenn es dazu kommen sollte, sagt mir bitte bescheid, dann schließe ich sofort diesen -ätzend gewordenen- Blog. Ich möchte hier einfach in aller Öffentlichkeit ein neues DIY-Projekt starten. Ohne strikte Regeln, ohne Darben und ohne militärischen Drill. Sondern einfach, mit Spaß am Leben und Tipps, die das Leben gesünder machen. Der eine oder andere Lacher ist schon programmiert, ich lasse natürlich keinen Mist aus und berichte auch über unnütze Geldausgaben oder Fehlschläge. Dabei hoffe ich natürlich, das mich die Schreiberei über meine Schwarte immer wieder motiviert dran zu bleiben. Denn wie gesagt, der stinkende Manfred (der blöde Schweinehund) führt ein gemütliches Leben bei mir…

Also los, es sind noch viele Kilos, Zentimeter, Kleidergrößen, Kilometer und Muskelkater zu knacken. Habt einen tollen, aktiven Wochenstart.

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2 Antworten zu “Die fetten Jahre sind vorbei.

  1. ich finde deinen text ganz toll, weil ich grad vor nem ähnlichen problem stehe. ich habe übergewicht. und das muss wech. für die gesundheit. nicht für die gesellschaft. low carb und verzicht auf zucker in grösseren mengen funzt bei mir immer super. natürlich immmer in kombination mit viel bewegung. ivh wünsche dir ganz viel erfolg und du schaffst das :))

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