Lieblings Berliner…Plattform: Fairleihen

Ich bin momentan ganz verliebt in ein Dremel. Der kann alles, ist aber auch ganz schön teuer. Deswegen liegt er auch noch im Baumarkt. Und die Sachen, die ich dringend dremeln will, liegen bei mir im Keller und verstauen mein Output. Wie schön wäre es, wenn ich mir so ein Multifunktionstool einfach mal ausleihen könnte. Für ein paar Tage, irgendwo in der Nähe. Schließlich gibt es bereits genug Dinge in unserer direkten Umgebung, man muss sich nur gegenseitig aushelfen. Aber woher soll ich denn wissen, welcher meiner Nachbarn so etwas im Keller liegen hat?

Für Berlin gibt es seit 14 Monaten eine Internetplattform, die genau da ansetzt. Jeder kann kostenlos mitmachen und die Dinge, die den grössten Teil ihres Daseins rumliegen, zum verleihen einstellen. Und dafür können andere Dinge, die man gerne mal ausprobieren möchte, ebenfalls kostenlos ausgeliehen werden.

Es ist wirklich fast alles dabei, von der Häkelnadel bis zum Lastenfahrrad, über 1.000 Gebrauchsgüter. Zum Beispiel derzeit 20 Leitern, die zum akuten Gebrauch super sind, dauerhaft aber nur rumstehen. Man kann auf der Internetplattform eine Suchanfrage veröffentlichen, oder man stöbert durch die Kategorien. Dabei wird man immer von der Umkreissuche und Karte unterstützt, die anzeigt, welche Dinge am nächsten sind.http://blog.fairleihen.de/
Bislang machen ca. 800 Personen mit, alle in Berlin. Leider gibt es Fairleihen bis auf weiteres nur hier, Berlin ist das Testfeld. In der Sharing-Metropole werden täglich 3-10 Leihanfragen gestellt, dann kommt es auf den persönlichen Kontakt an, ob das Ding geliehen wird oder eben nicht. Alles beruht hier auf dem analogen Prinzip des Vertrauens. Keiner möchte, dass seine Sachen kaputt gemacht werden, und hoffentlich will niemand mutwillig die Dingen von anderen zerstören.

EIGENTLICH MÖCHTEN WIR DOCH SOLCHE GEGENSTÄNDE NUR BENUTZEN. BESITZEN MACHT NUR DEN KELLER VOLL.

In nächster Zukunft soll es eine App für den mobilen Gebrauch geben, dann kann man auch von unterwegs etwas in der Nähe borgen, ein Fahrrad vielleicht, oder ein Küchengerät für das Dinner zu Hause. Auf jeden Fall bleibt die Plattform kostenlos und werbefrei. So wie Wikipedia, nur dass nicht Informationen geteilt werden, sondern Gegenstände. Meiner Meinung nach könnte ein so tolles Projekt ruhig von Spendenpartnern unterstützt werden. Dafür würde ich auf dezente Werbung oder eine ausführliche Linkliste tolerieren. Aber das ist Einstellungssache.

leihen, Geräte, Berlin, Ich finde das Projekt einfach großartig. Nicht nur, weil ich mir jetzt nie wieder etwas kaufen muss (!), sondern auch, weil ich, wegen der schrecklich vielen Dinge, die ich bereits besitze, kein schlechtes Gewissen mehr haben muss. Jaha, ich habe wirklich 2 Waffeleisen, eines ist von Oma geerbt und das andere war ein Geschenk. Lecker sind beide. Im Keller werden sie nicht schlecht und fressen kein Brot…und jetzt werden sie hoffentlich öfter gebraucht.

Also, wenn ihr in Berlin lebt, macht mit! Und wenn nicht, macht nichts. Alternativen für Überall sind das Schwarze Brett im Supermarkt, ein kleiner Aushang im Hauseingang oder das Gespräch mit den informationsverbreitenden Nachbarn. Oder die niedlichen Sticker für den Briefkasten.Fairleihen sticker

Erschütternder Weise hat niemand einen Dremel eingestellt. Bislang hat sich auch niemand auf meine Suchanfrage gemeldet. Da werde ich wohl morgen mal einen Aushang für den Supermarkt anfertigen…Oder vielleicht hat jemand von euch…?

Teilen macht glücklich. Sonniges Wochenende euch allen!

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