Lieblings Berlinerin: Heidi Hetzer

Heute geht’s los. Die lieblings Berlinerin der Woche ist Heidi Hetzer.
Ja genau, die von Opel Hetzer.

Sie ist seit 1937 eine waschechte Berlinerin und seit 2012 ist sie …na ja, Rentnerin.
Von Ruhestand kann allerdings keine Rede sein: morgen startet sie zu einer 2-jährigen Weltreise in einem Oldtimer. 

Emanzipation war für sie vermutlich noch nie ein Thema. 1954 begann sie ihre Lehre zur KFZ-Mechanikerin, ein Beruf, der bis heute eine Männerdomäne ist. Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Pah! Als Mutter von zwei Kindern leitete sie seit 1969 enorm erfolgreich den Familienbetrieb und fuhr diverse Rallyes mit Oldtimern. „Ich kann doch nur Autos.“ soll Heidi Hetzer mal gesagt haben. Ja klar, aber dafür komplett und zwar mit Vollgas.
Es scheint, als hätte diese Frau mehr Power als zwei Ferraris. Sie wird als Paradiesvogel beschrieben, als Bunter Hund, als burschikos. Wenn sie in Fahrt kommt berlinert sie los, herzlich und direkt. Wird man so, wenn man schon so viel gemacht hat, oder muss man so sein, um so viel zu packen?

Und jetzt das: eine Reise, einmal ganz um die Welt, jeder Kontinent wird gequert.
Die Route von ca. 70.000 km ist historisch, zwischen 1927 und 1929 fuhr Clärenore Stinnes zum ersten mal eine solche Reise mit einem Auto. Nicht, dass ich gerne so lange Auto fahren würde, aber die Tour wird der Knaller. Alleine schon am Schwarzen Meer vorbei, Bagdad, Teheran, Tiflis, Moskau – ich würde am liebsten sofort ein Ticket buchen und mit dem Zug hinterher fahren. Frau Hetzer freut sich am meisten auf Südamerika, denn da war sie noch nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sie ansonsten schon recht viel rum gekommen sein muss. Klar, wer weltweit Rallyes fährt hat fast überall schon mal getankt.
In den Anden hatte die Pionierin Clärenore offenbar einige Probleme, darauf ist Heidi Hetzer jetzt gespannt.

Route

Komisch, auf dieser Routenplanung, die ich bei Welt online gefunden habe, ist Afrika nicht mehr dabei, mal sehen, welche Strecke sie tatsächlich fahren wird. Vielleicht war Afrika geplant, aber von den Fährverbindungen zu kompliziert. Oder es ist dort streckenweise einfach zu gefährlich…zum Durchfahren mit einem Oldtimer zumindest. Das ist wohl immer die Frage, welches Risiko man eingehen kann und was realistisch gesehen nicht machbar ist. Es geht ja auch bei Reisen nicht um die größtmögliche Gefahr, sondern die Begebenheiten und Geschichten am Wegesrand, in fremder Landschaft, mit fremden Menschen und in einer fremden Sprache. Die Frage, ob sie denn überhaupt Angst habe, beantwortete Frau Hetzer ganz offen mit ja. Natürlich, denn sie wisse ja jetzt noch nicht, was da alles auf sie zu kommen würde. Aber ihre Neugier sei größer als ihre Angst. Ihre Neugier besiegt ihre Angst und treibt sie um, einmal um die Welt. Das muss eine wahnsinns Neugier sein, gepaart mit dem Verlangen, Dinge anzugehen und der Erfahrung, dass die Straße immer irgendwo hin weiter geht.

Als Autoprofi redet Frau Hetzer mit ihrem Auto. Es ist ein Hudson Great Eight und sie nennt es Hubo, mehr noch, seit Hubo ein amtliches Autokennzeichen hat, ist er ihr Ehemann. Wenn Hubo nicht spurt kommt Heidi mit dem Schaubenschlüssel, wenn das mal nicht echte Liebe ist. Viel Platz hat Hubo nicht, was nicht wirklich mit muss bleibt zuhause.
Nur einen jungen Reisephotographen nimmt sie mit, und der ist tatsächlich nur Mitfahrer –
er hat keinen Führerschein. Also keine Konkurrenz für Hubo sondern ein Quasi-Enkel mit Hang zu den neuen Medien.

Die Berliner Prominente mit großem sozialen Engagement ist natürlich ein Medienprofi. Sie war bei Tadeusz, bei Hart aber Fair und hat fast allen Zeitungen Interviews gegeben. Hier findet ihr ein reizendes Interview, das sie vogestern Radio Eins gab: Heidi Hetzer
Sie ist bei Facebook zu finden, aber vor allem hat sie einen Blog. Hier schreibt sie bislang selber (wunderbar, wie der Schnabel gewachsen ist) von ihren Vorbereitungen und es gibt ein paar Bilder zu sehen. Ich werde dort die Reise im Auge behalten und bin gespannt, was es zu lesen geben wird.

Abfahrt diesen Sonntag! Falls jemand winken möchte hinter diesem Link verbergen sich Einzelheiten.

Ich wünsche Heidi Hetzer, Hudo und Jordane Schönfelder alles Gute, toi toi toi und immer ne Hand breit Benzin im Tank.

 

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Eine Antwort zu “Lieblings Berlinerin: Heidi Hetzer

  1. Netter Blog, sehr schön gemacht!
    Durch Zufall gefunden, wollte nämlich schauen, wo Jordane Schönfelder die Reiseberichte über die Tour mit Heidi Hetzer „versteckt“. Leider bsi heute (31.07.2014) noch nichts gefunden. Vielleicht fehlt im Auto so ein Klapptischchen für’s Schreiben unterwegs oder es ist ein Oldtimer ohne „mobile WIFI“, was heute bei einem Reiseoldtimer m.E. zur Grundausstattung gehören sollte . Bei uns funktioniert es jedenfalls so 🙂
    Luftgekühlte Grüße aus unserem Vw-Bus- Oldtimer direkt vom Strand am Schwarzen Meer!
    (ohne LAN-Kabel aber mit mobile WIFI bereits durch 12 Länder).
    http://europa-im-vw-bus.blogspot.com/2014/07/donaureise-teil-37-sozopol-und-primorsko.html

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