Yogi Bär, Yogi Tee oder doch nur einfach Yoga?

Früher war ich überzeugt, dass Yoga nichts für mich sein könnte. Ich würde mir bestimmt beide Beine brechen weil ich nicht so gelenkig bin und permanent hinfallen würde. Was nicht gebrochen ist schläft dann im Schneidersitz sofort ein, ein normaler Mitteleuropäer kann einfach ab einem gewissen Alter nicht mehr stundenlang mit gekreuzten Beinen auf dem Boden sitzen. Dann wurden meine Zivilisationsverspannungen schlimmer und ich gab mich dem Yoga-Hype hin. Also rauf auf die dünne Gummimatte, Augen zu und immer schön atmen. Danach habe ich mich tatsächlich zufrieden gefühlt, besser als nach jeder Hot Iron Stunde oder dem Spinning. Man muss sich darauf einlassen, sonst wird das nichts.

Jetzt war ich bei einem Yoga Wochenende in Bad Saarow. Mit Yoga, ayurvedischem Essen, Tee,  Meditation und völlig offline. Klingt nach Wellness, Therme und Besinnung.

Die Yogakurse hat die indische Yogini Kamlesh Barwal (http://www.artofliving.org/de-de/yogaworkshops-mit-der-internationalen-yogini-kamlesh-barwal) gehalten. Neben den Besuchern aus Berlin und einigen aus Bad Saarow kamen Teilnehmer aus Hamburg, Dresden und Regensburg, die Yogini scheint ein echter Teilnehmermagnet zu sein. Mit ihrer sympathischen, offenen und humorvollen Art hat sie wirklich gut durch die Yogastunden geführt, vieles erklärt und positive, ruhige Kraft ausgestrahlt und an die Teilnehmer abgegeben. Ich kann wirklich nichts Negatives über diese Frau sagen, allerdings war ich davon auch nicht sonderlich überrascht, ich hatte keine grantige Ziege erwartet, schließlich unterrichtet sie engagierten Erwachsenen Yoga und nicht Mathematik an einer Hauptschule. Umso mehr hat mich die euphorische Verehrung verwundert, die andere Teilnehmer kundgetan haben: „…so eine tolle Frau…“, „…sie füllt jeden Raum mit Energie…“ und „…phantastisch, wie sie durch ihre Anwesenheit alles verändert…“. Derartige Vergötterungen lösen bei mir spontanen Schüttelfrost aus, Personenkult ist mir einfach suspekt, das ist schon zu oft schief gegangen.

Wie muss das erst sein, wenn der Guru Sri Sri Ravi Shankar anwesend ist? Hierzu habe ich einen Spiegelartikel (http://www.spiegel.de/panorama/indischer-guru-sri-sri-ravi-shankar-roecheln-fuer-den-weltfrieden-a-807565.html) gefunden, die Autorin ist offenbar nicht oft im abwärtsblickenden Hund anzutreffen. Aber immerhin, die Bewegung ‚Art of Living‘ ist eine NGO, für den Weltfrieden und tut keinem weh. Das finde ich gut, wirklich.

Und Yoga hilft. Allen, die sich darauf einlassen. Viele atmen wirklich zu flach, unbewusst und nutzen die Kraft der Lunge nicht voll aus, die meisten sind ungelenk und steif und wenn wir uns im Alltag umsehen begegnen mir viele hängende Mundwinkel. Atemübungen sind sinnvoll, die weichen Yogabewegungen fordern den Körper, helfen gegen alle möglichen Zivilisationskrankheiten und beeinflussen positiv das Allgemeinbefinden. Die Besinnung auf die Energie des eigenen Körpers und die aktive Konzentration auf positive Gedanken lässt einen ruhiger und stressfreier den Alltag überstehen. Man muss es ja nicht gleich so dogmatisch praktizieren wie einige der Teilnehmer des Wochenendes.

So werde ich im Winter hin und wieder ein Steak oder ein Stück Braten essen, gerne einen Abend vor der Glotze rumhängen, regelmäßig zum Yoga gehen und dabei immer schön Lächeln. Und dabei das Atmen nicht vergessen.

Namaste

P.S.: Wer mit Kamlesh mitmachen will:

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